Kindisch vs. erotisch!

Als ich eben meinen Mac mal wieder ein bisschen ausgemistet habe, bin ich auf eine alte Semesterarbeit aus meinem aller ersten Semester gestoßen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir die Arbeit schmunzelnd durchgelesen.

Es handelt sich um eine Bildanalyse des Werkes „Auslöschendes Licht“ von Paul Klee.  klee auslöschendes LichtDamals war ich heillos überfordert mit diesem Bild, finde meine Analyse doch aber auch nach 2 Jahren recht treffend und originell muss ich sagen (ohne mich hier selbst loben zu wollen). Meine zentrale Frage lautete: „Auslöschendes Licht – Infantile Kunst oder Erotik?“  Die Analyse beschäftigte sich also mit der von Kinderhand wirkenden Optik und dem erotischen Inhalt des Bildes. Natürlich werde ich Euch jetzt nicht die ganze Analyse vorsetzen, aber die zentralen Aussagen will ich gern aufzeigen um Euch einen Denkanstoß für dieses etwas eigentümliche Werk von Paul Klee an die Hand zu geben. Als infantile Elemente arbeitete ich hauptsächlich die Proportionen und Schlichtheit der Bildelemente heraus, kam jedoch zu dem Fazit, dass dieses Kunstwerk weitaus durchdachter ist, als es sich ein Kinderköpchen je ausdenken könnte. Die runden Formen, die sexuell anzügliche Haltung der gespreizten Beine und die suggerierte Offenheit lassen eindeutig auf einen erotischen Inhalt schließen. Zudem ist die dargestellte Figur ganz offensichtlich weiblich, was sich im Busen und dem Absatzschuh manifestiert. Das Weibliche wird als Lustobjekt präsentiert und in einen Kontrast mit dem harten Männlichen gestellt. Den maskulinen Faktor stellt vor allem die Fakel im Kopf der Dame dar -und jetzt kommt der Clue, denn: Die Fackel stellt gleichzeitig einen umgedrehten Phallus dar, der in die Frau eindringt. Es fällt auch auf, dass hier die Formen kaum abgerundet sind sondern vielmehr hart und kantig – männlich eben. Denkt man noch etwas weiter, kann auch der Aspekt der Gefühlsebene aufgemacht werden: Der Kopf der Frau ist ein Herz, das Symbol der Liebe. In diesem Herz steckt eine auslöschende Fackel – eine erloschene Flamme? So heißt es ja auch umgangssprachlich für eine vergangene Liebesbeziehung, die durchaus assoziiert werden kann damit. Hier also der Gegensatz des Weiblichen, Gefühlsbetonten und des Männlichen, Triebhaften.

Ihr seht also, so ein ziemlich simpel wirkendes Bild kann einiges an Analysestoff hergeben, wenn man seinen Gedanken einmal freien Lauf lässt. Ob sich Klee diese Gedanken dabei gemacht hat, weiß vermutlich keiner außer er selbst, aber darauf kommt es bei einer Bildinterpretation auch nicht an, denn da gilt die Devise: Kannst du es gut belegen ist es stimmig!

Viel Spaß beim selbst denken und finden, lasst mir doch gern ein paar Kommentare da, wie ihr das Bild seht!

 

(Kleine Anmerkung an meine männlichen Leser: ich stelle Euch hier keinesfalls als triebhafte sexgeile Wesen dar, ich hoffe das kam nicht falsch rüber! Das sind lediglich analytische Gedankengänge )

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5 Kommentare

    1. Das hast du jetzt gesagt ;D ich wollte das Geschlecht Mann nur nicht pauschalisieren .. Da gibt’s ja solche und solche ..oder andersherum auch sexgeile Frauen ( ist ja auch eigentlich nix schlimmes … Macht ja schließlich Spaß ! )

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