Monat: Mai 2014

Das kreative Loch


DSC_0038Hallo Ihr Lieben,

Ich muss mich entschuldigen, dass gestern ungewohnterweise überhaupt kein Beitrag von mir hier erschienen ist. Mein Tag war gestern ziemlich voll mit Arbeiten danach noch Wakeboarden, das zehrt an den Kräften und anschließend fällt man eigentlich nur noch auf die Couch und möchte sich nicht mehr bewegen. Ich muss auch zugeben, dass ich gerade merke, dass ich mich in einem kleinen kreativen Tief befinde. Ich habe seit gut einer Woche keinen Stift mehr angerührt und auch die Kamera kam nur selten zum Einsatz. Mein Ideenreichtum für neue Beiträge war auch schon mal höher, aber ich denke das ist normal, dass man solche Phasen hat. Eigentlich habe ich schon genau im Kopf, welches Motiv meine neue Zeichnung werden soll, doch ich ertappe mich dabei wie ich innerliche Hemmungen aufbaue zu beginnen, aus Angst keine so gute Arbeit wie die letzte abzuliefern. Klingt komisch ist aber tatsächlich so. Aber keine Sorge, ich werde dem inneren Schwein noch ordentlich eins pfeifen und dann läuft das schon alles wieder hoffe ich.

Nichtsdestotrotz genieße ich gerade den beginnenden Sommer in vollen Zügen – Sonnenuntergänge, See, lange Abende im Freien. Lebenslust pur!

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Achja und nicht vergessen, noch bis heute Abend läuft die  Disney Blogparade, einfach einen kleinen Beitrag über Euren Lieblingsfilm von Disney schreiben und schon seid Ihr dabei!

Du bist mein Hafen

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Du bist mein Hafen,  mein Ort der Ruhe.

Ich lege bei dir an und fühle mich sicher.

Du bist mein Hafen, mein Schutz vor dem Sturm.

Ich kehre zu dir zurück, immer wieder.

Du bist mein Hafen, bei Tag und Nacht.

Auch wenn der Sturm der Reise uns trennt,

mein Weg führt mich doch stets in deine schützenden Arme.

Denn du bist mein Hafen. Mein Ort der Ruhe. Mein Schutz vor dem Sturm.

Wutscheln und Wedeln!

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Zutiefst entspannt und ein bisschen abgeschlagen sitze ich also auf der Fähre nach einem langen Uni-Tag. Man kenn das ja: gerädert, der Kopf scheint kaum noch in der Lage zu sein seine Synapsen in Schwung zu bringen – Denken ist Arbeit!

Ausnahmsweise habe ich keine Musik in den Ohren, sondern genieße das Rauschen des Wassers. Nebenher habe ich natürlich mein iPhone in der Hand und tue so dies und das. Ein bisschen Instagram ein bisschen Whats App ein bisschen Feedly News. Unterschwellig merke ich wie ein altes Ehepaar stetig zu mir herüber schaut, dann wieder zueinander spricht und wieder herüber schaut. Intuitiv fasse ich mir an den Kopf und streiche meine Haare glatt, suche mit meinen Fingern eventuelle Störungen, wie Essensreste in meinem Gesicht, aber alles scheint normal zu sein. Warum also schauen die beiden so gebannt zu mir herüber? Angestrengt spitze ich meine Lauscher und zu hören worüber die beiden tuscheln. Ich schnappe ein paar Fetzen auf : „..na guck mal die streicht da so drüber, einfach so mit dem Finger“ – „Und das in einer Geschwindigkeit…was diese jungen Leute alles können…“

Und da klingelt es bei mir: das alte Ehepaar schaut mir fasziniert dabei zu wie ich mein iPhone bediene. Wischen, tippen, scrollen. Versetzt man sich man in die Lage dieser Generation, beide etwa um die 80, muss das tatsächlich eine sehr verrückte Wirkung haben, wie eine junge Frau auf einem kleinen schwarzen Gerät sämtliche Fingerakrobatik betreibt. Im gleichen Augenblick erinnerte ich mich auch an eine spannende Medientheorie aus dem ersten Semester: Marcel Maus und seine Körpertechniken. In diesem Aufsatz beschreibt er nämlich ganz genau, dass die Medien unsere Bewegungsformen steuern und prägen. Diese etablieren sich dann in der Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es für uns als jüngere Generationen eigentlich schon fast logisch, dass man auf einem Touch Screen wischen, zoomen und tippen kann – diese Körperpraktiken haben sich durch Medien kulturell bereits gefestigt. Hätte uns jemand vor 20 Jahren ein Smartphone in die Hand gedrückt, dann hätten wir vermutlich erst einmal die Knöpfe und Tasten zum bedienen gesucht, oder uns gewundert warum das Teil keine Gummiantenne hat.

Das Aufkommen neuer Medien heißt also immer auch eine Neueinstellung unserer verinnerlichten Bewegungen. Ältere Menschen sind mit einen völlig anderem Repertoire an Medien aufgewachsen, sodass ihnen ein iPhone in der Bedienung erstmal ein großes Fragezeichen in die Augen zaubert. Daher sollte man sich immer mal wieder bewusst machen, welche Schwierigkeit es darstellen kann für Oma und Opa mit dem „neumodischen Technik-Schnick-Schnack“ zurecht zu kommen. Ihr Körper hat es nie lernen können und die Kultur in der sie aufgewachsen sind, beinhaltete diese Praktiken nicht.

 

Schnell ziehe ich noch mein iPad aus der Tasche, da ich ein Dokument bearbeiten muss. Dafür ist das Smartphone einfach zu unpraktisch. Gespannt lausche ich welche Reaktion nun kommt:

„Karl, guck mal, jetzt holt sie das Ding in einer Nummer größer raus!“

Ich schmunzle.

Kreative Liebe

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„Du bist doch einfach ’ne blöde Kuh, mach deine Scheiße alleine!“ 

„Du kannst mich mal du Arsch!“ 

Ja solche Sätze fliegen hier ab und an durch die Wohnung. Ziemlich rabiat?  Ein wenig vielleicht, aber der Streit in der Beziehung heißt ja nicht, dass man sich nicht mehr liebt. Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall: gerade weil man emotional so tief drin steckt, heizen sich die Gemüter schnell auf. Da knallt man sich dann schon auch mal die Fetzen um die Ohren.

Seit 2,5 Jahren bin ich mit meinem Freund nun zusammen und glücklich wie eh und je. Vor einem Jahr sind wir zusammengezogen, was noch einmal eine komplett neue Situation darstellt – eine Herausforderung, zugegebenermaßen, aber eine sehr schöne! Das wunderbare an einem beständigen Lebenspartner ist die Kraft, die man erhält. Gemeinsame Momente und Erlebnisse, der gemeinsame Alltag, gemeinsame Hobbys – das sind Dinge, die mich persönlich auch im kreativen Schaffen sehr unterstützen.

Ich schöpfe Inspiration und Ehrgeiz aus meiner Beziehung. Verarbeite Erlebtes und werde zudem von meinem Freund motiviert. Nichts klingt so schön, wie die lobenden Worte des Partners. Natürlich könnte man meinen, dass er das ja sagen muss, um mich nicht zu verletzen, aber diesbezüglich kann ich voll und ganz auf sein ehrliches Urteil setzen, da er auch offen kritisiert und das ist  gut so.

Das kreative Werkeln hilft Emotionen zu verarbeiten – das kennt ja sicher jeder von Euch: die Strichtechnik kann je nach Stimmung immer gewaltig variieren. Das Zeichnen ist für mich der Rückzugsort, denn auch das empfinde ich als besonders wichtig in der Beziehung. Jeder braucht seine eigenen ganz persönlichen Aktivitäten gleichermaßen wie diejenigen die man zusammen unternimmt.

Zusammen glücklich sein ist das eine, zusammen streiten und danach wieder glücklich sein das andere. Hin und wieder ein Streit ist nichts schlimmes für eine Beziehung sondern stärkt sie nur. Das hat sich bei mir jedenfalls bewährt. Durch meinen Partner bin ich auch viel ausdauernder und konsequenter geworden. Von Natur her bin ich nämlich eher ein ungeduldiger Mensch, der schnell frustriert ist, wenn die Dinge nicht so laufen wie erhofft. Meine bessere Hälfte schafft es jedoch jedes Mal aufs Neue mir frische Energie einzuheizen, einen neuen Versuch zu starten. Dafür liebe ich ihn.

Erinnert Ihr Euch noch an meine abendliche Frustration wegen meiner Polychromos Buntstifte? Genau in solchen Momenten schafft mein Freund es mich aufzubauen und mir den Mut zu machen, es erneut anzugehen. Das ist einfach seine Art.

Liebe erschafft Kreativität, genauso wie eine Liebe ZUR Kreativität entstehen kann.

Ich genieße beides und bin glücklich damit!

Habt Ihr auch Menschen in Eurem Leben, die ganz wichtig sind für Euer kreatives Schaffen?