Interesting!

Inspirationsquelle Instagram

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In einem früheren Post habe ich Euch Instagram schon mal ans Herz gelegt, da es eine super Plattform ist sich ein Feedback von anderen einzuholen – jeder Kommentar bzw. jedes Like können das kreative Selbstbewusstsein stärken.

Ich fange jetzt allerdings nicht wieder mit dem gleichen Thema an, sondern möchte diesmal auf etwas anderes hinaus. Ein kreativer Kopf möchte ich in irgendeiner Weise stetig weiter entwickeln. Das ganze kommt manchmal vielleicht mehr aus dem Unterbewusstsein, manchmal denkt man es sich aber auch ganz aktiv. Neue Techniken, neue Materialien sollen her. Auch hier kann Instagram die Sinne beflügeln, denn stöbert man eine weile nach bestimmten Hashtags (die nicht zu detailliert/spezifisch sein sollten) wird man schnell fündig. Neue Motivideen, aber auch Techniken und Ansätze sind dabei. Viele User stellen nämlich kleine Videos hoch, sodass der kreative Prozess (inklusive verwendetet Materialien) sehr gut verfolgt werden kann. Ich selbst habe schon davon profitiert: letztens entdecke ich, dass viele der „Instagram-Künsler“ für Lichtflecken (z.B. im Auge) einen einfachen weißen Gelstift verwenden um ein stärkeres Highlight zu haben. Natürlich war ich neugierig und besorgte mir selbst so einen Stift und das Resultat ist klasse.

Mein Appell an Euch ist also wirklich: Stöbert in solchen Plattformen nicht nur um schöne Bilder zu betrachten, sondern um zu lernen, auszuprobieren, neues zu entdecken.

Kreativität sollte niemals zu einem Stillstand kommen, denn sie ist eigentlich ein stetiger Prozess!

(Ein kleiner Tip für die Kunstinteressierten: folgt den Art Assistans (z.B. art_features oder art_spotlight) auf Instagram, diese posten nämlich jeden Tag Bilder von unterschiedlichen Künstlern, so hat man ein abwechslungsreiches Spektrum)

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Marshall McLuhan you’re such a groovy Thinker!

Für die Art und Weise, wie die Maschine unsere Beziehungen zu einander geändert hat, ist es vollkommen gleichgültig, ob sie Cornflakes oder Cadillacs produziert.

McluhanDieses Zitat stammt aus dem Werk Understanding Media von Marshall McLuhan. Die Ansätze seiner medientheoretischen Auseinandersetzung begleiten mich nun schon seit meinem ersten Semester und gehören auch zu meinen medienwissenschaftlichen Favoriten. McLuhan beschreibt dezidiert die Veränderungen der Menschheit im Zeitalter der Elektrizität und prägt den allseits bekannten Satz : Das Medium ist die Botschaft. Mit dem Aufkommen der Elektrizität lässt sich eine ganzheitliche Verbundenheit der Menschen beobachten, welche heute noch viel stärker ausgeprägt ist durch das das Web. In dieser Zeit gibt es kein Leitmedium mehr, wie es beispielsweise das Buch im späten Mittelalter gewesen ist. Genau das ist auch die Kernthese McLuhans: Alles kann ein Medium sein, denn nicht der Inhalt bzw. das Übertragene ist entscheidend, sondern die Botschaft selbst. Als Botschaft sind die Auswirkungen auf die Gesellschaft gemeint, oder wie McLuhan es ausdrückt: „…die Veränderung des Maßstabs, Tempos oder Schemas, die es der Situation des Menschen bringt.“ 

Ein kleines Beispiel zum besseren Verständnis: Die Erfindung der Waschmaschine hatte die Folge, dass die Menschen nun nicht mehr von Hand ihre Wäsche waschen müssen, weshalb sie mehr Zeit für andere Dinge haben. In dieser Zeit können sie beispielsweise arbeiten gehen, was wiederum die wirtschaftliche Effizienz steigert. Leuchtet das ein soweit?

In diesem Zusammenhang spricht der Wissenschaftler auch von einer Amputation bzw. Ausweitung, da wir gewisse Körperfunktionen auslagern auf ein externes Medium. In unserem Beispiel weiten wir unsere handwerklichen Fähigkeiten des Waschens, auf das Medium Waschmaschine aus. Ein Telefon ist die Ausweitung unseres Ohres, ein Stuhl eine Ausweitung unseres Hinterns… Alles kann also ein Medium sein!

Warum aber ist der Inhalt nicht entscheidend fragt sich jetzt vielleicht der ein oder andere. Für McLuhan ist der Inhalt eines Mediums stets ein anderes Medium. Am Beispiel des Buches: Das Buch besteht aus dem Medium Schrift, welches wiederum aus dem Medium Sprache besteht und die Sprache aus Gedanken. Nachvollziehbar? Der Inhalt ist also deshalb nicht relevant, da er wieder ein anderes Medium beinhaltet und das mitunter eine beinahe endlose Kette ergeben kann.
Ganz zentral sind also, um es noch einmal zu betonen, die Botschaften des Mediums, d.h. die Gesamtheit der Auswirkungen auf die Gesellschaft. Denn:

Das Medium ist die Botschaft!

 

Hat Euch dieser Artikel gefallen/interessiert? Gebt mir doch gern ein Feedback, ob solche medienwissenschaftlichen Beiträge auch in Zukunft öfter hier erscheinen sollen!

Hier noch ein kleines lustiges Video für Euch, das schnell zum Ohrwurm werden kann

 

Kindisch vs. erotisch!

Als ich eben meinen Mac mal wieder ein bisschen ausgemistet habe, bin ich auf eine alte Semesterarbeit aus meinem aller ersten Semester gestoßen. Da konnte ich nicht widerstehen und habe mir die Arbeit schmunzelnd durchgelesen.

Es handelt sich um eine Bildanalyse des Werkes „Auslöschendes Licht“ von Paul Klee.  klee auslöschendes LichtDamals war ich heillos überfordert mit diesem Bild, finde meine Analyse doch aber auch nach 2 Jahren recht treffend und originell muss ich sagen (ohne mich hier selbst loben zu wollen). Meine zentrale Frage lautete: „Auslöschendes Licht – Infantile Kunst oder Erotik?“  Die Analyse beschäftigte sich also mit der von Kinderhand wirkenden Optik und dem erotischen Inhalt des Bildes. Natürlich werde ich Euch jetzt nicht die ganze Analyse vorsetzen, aber die zentralen Aussagen will ich gern aufzeigen um Euch einen Denkanstoß für dieses etwas eigentümliche Werk von Paul Klee an die Hand zu geben. Als infantile Elemente arbeitete ich hauptsächlich die Proportionen und Schlichtheit der Bildelemente heraus, kam jedoch zu dem Fazit, dass dieses Kunstwerk weitaus durchdachter ist, als es sich ein Kinderköpchen je ausdenken könnte. Die runden Formen, die sexuell anzügliche Haltung der gespreizten Beine und die suggerierte Offenheit lassen eindeutig auf einen erotischen Inhalt schließen. Zudem ist die dargestellte Figur ganz offensichtlich weiblich, was sich im Busen und dem Absatzschuh manifestiert. Das Weibliche wird als Lustobjekt präsentiert und in einen Kontrast mit dem harten Männlichen gestellt. Den maskulinen Faktor stellt vor allem die Fakel im Kopf der Dame dar -und jetzt kommt der Clue, denn: Die Fackel stellt gleichzeitig einen umgedrehten Phallus dar, der in die Frau eindringt. Es fällt auch auf, dass hier die Formen kaum abgerundet sind sondern vielmehr hart und kantig – männlich eben. Denkt man noch etwas weiter, kann auch der Aspekt der Gefühlsebene aufgemacht werden: Der Kopf der Frau ist ein Herz, das Symbol der Liebe. In diesem Herz steckt eine auslöschende Fackel – eine erloschene Flamme? So heißt es ja auch umgangssprachlich für eine vergangene Liebesbeziehung, die durchaus assoziiert werden kann damit. Hier also der Gegensatz des Weiblichen, Gefühlsbetonten und des Männlichen, Triebhaften.

Ihr seht also, so ein ziemlich simpel wirkendes Bild kann einiges an Analysestoff hergeben, wenn man seinen Gedanken einmal freien Lauf lässt. Ob sich Klee diese Gedanken dabei gemacht hat, weiß vermutlich keiner außer er selbst, aber darauf kommt es bei einer Bildinterpretation auch nicht an, denn da gilt die Devise: Kannst du es gut belegen ist es stimmig!

Viel Spaß beim selbst denken und finden, lasst mir doch gern ein paar Kommentare da, wie ihr das Bild seht!

 

(Kleine Anmerkung an meine männlichen Leser: ich stelle Euch hier keinesfalls als triebhafte sexgeile Wesen dar, ich hoffe das kam nicht falsch rüber! Das sind lediglich analytische Gedankengänge )

Gegenwart Ewigkeit

Das ist der Titel des Kunstseminars, das ich dieses Semester besuche. Klingt erstmal relativ nichts aussagend – denkt man jedoch intensiv darüber nach, kann dieser Titel ein riesiges Spektrum an Aspekten abdecken. Mein Dozent lies sich eine nette Idee für den Start der Veranstaltung einfallen, denn wir sollten genau ein solches Brainstorming zu diesem Seminartitel vornehmen und überlegen, welche Themen wohl im kommenden Semester auf uns zukommen. Folgende Dinge kamen mir und meinen Kommilitonen in den Sinn:

Welche Faktoren, lassen ein Kunstwerk zeitlich überdauern? Wie spiegelt sich die Produktionszeit im fertigen Bild wieder? Inwiefern dient die Kunst als Instrument der Erinnerung?

Mit unseren Überlegung lagen wir tatsächlich gar nicht so falsch, diese Themen stehen auf dem Semsterplan:

  • Erinnern, Vergessen, Verschwinden,
  • Konservieren,
  • Punktaktualität und Dauer,
  • Wiederholung und Wiederkehr,
  • Die Ewigkeit der Kunst: zeitlose Formen,
  • Transzendenz

In dieser ersten Sitzung hörte ich auch zum ersten Mal von sogenannten „Date Paintings“, Bilder die schlichtweg das Datum des jeweiligen Tages beinhalten. Der Künstler On Kawara fertig jeden Tag ein neues solches Kunstwerk an. date paintingDie Idee dahinter finde ich wirklich spannend, denn dieses Bild repräsentiert in einem tiefen Sinn diesen einen Tag in der Geschichte. Stellt sich die Frage, welche Auswirkung das auf die Zukunft (Ewigkeit?) des Gemäldes hat. Es hält diesen vergangenen Tag für immer und ewig fest, konserviert ihn, so dass er ein Zeitzeuge wird und nicht in Vergessenheit gerät.

 

Welche Assoziationen knüpft ihr mit Gegenwart, Ewigkeit und der Kunst? Wäre spannend zu erfahren, also lasst mir gern doch ein paar Kommentare da!

 

RAF Zyklus

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Wer sich mit gern mit junger deutscher Geschichte und Politik auseinandersetzt, der sollte sich den RAF Zyklus von Gerhard Richter mal zu Gemüte führen. Es handelt sich um Ölgemälde, die im Jahre 1988 entstanden sind und die Mitglieder der Terrorgruppe in außergewöhnlich drastischer Inszenierung darstellen. Spannend ist dabei der Aspekt der Verknüpfung von Kunst und Zeitgeschichte- das historische Geschehen ist also direkte Vorlage für das künstlerische Schaffen, dennoch wird es gleichzeitig komplett neu interpretiert durch Richters Darstellung. Man ist sich bewusst, dass dies keine realen Fotos sind, sondern nach wie vor Gemälde und keine Abbilder der Wirklichkeit.  Die assoziative, interpretatorische Ebene des Rezipienten wird so enorm anregt und die eigentlich faktische Geschichte auf diese Weise neu ausgelegt.

Hier könnt Ihr den ganzen Zyklus begutachten: RAF Zyklus Gerhard Richter

Trompe l’oeils

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Hinschauen. Ein zweites Mal hinschauen…aha! Nur eine Illusion!

Trompe l’oeils sind dreidimensional angelegte Kunstwerke, die dem Betrachter schnell eine falsche Realität vorgaukeln. Das spannende an dieser Malerei ist, dass diesun-trompe-l-oeil-surprenant_12352_w560e Werke so unglaublich selbstreflexiv sind, d.h. sie verweisen auf sich selbst und ihr Bewusstsein ein Bild zu sein. Verfolgt man diesen Gedankengang weiter spinnen sich schnell viele interessante Ideen – das Bild ist sich bewusst, dass es ein Bild ist und stellt dies über das Medium Bild dar…lasst diesen Denkansätzen ihren freien Lauf, es macht Spaß!

Eine praktische Funktion erfüllen Trompe l’oeils auch in Deckenfresken, die so durch vorgetäuschte Dreidimensionalität den Raum künstlich vergrößern. Mittlerweile ist die illusionistische Malerei auch in der Street Art sehr beliebt geworden – wer kennt sie nicht, die auf den Asphalt gemalten tiefen Abgründe in de Fußgängerzonen?

 

Pictorialismus – Der Weg der Fotografie

Fotografie als Kunst? Kunst und Fotografie? Für uns ist das aus heutiger Sicht eine gut funktionierende Kombination, doch bist dahin hat die Fotografie einen langen steinigen Weg hinter sich.

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Anfang des 20. Jahrhunderts gab es unzählige Diskussionen darüber obman das Medium der Fotografie als legitime Kunstform betrachten kann oder nicht. Stets kamen die gleichen Argumente zu Tage: Die Fotografie bildet nur ab, es fehlt an jeglichen fantasievollen Einflüssen, die Technik arbeitet für den Mensch -dem  gegenüber standen Aussagen wie: Mit Blende, Belichtung und Wahl des Bildausschnittes kann genauso gearbeitet werden wie mit Pinsel und Farbe, Fotografien können auch Stimmung verbreiten und sind deshalb nicht ausschließlich Mimesis der Umgebung.

pictoEine wichtige Bewegung im vorankommen der Fotografie war dabei der Pictorialismus. Den Vertretern der Strömung ging es gezielt darum, die Fotografie der Malerei anzunähern durch ähnliche künstlerische Ausdrucksformen. Fotos sollten einen gleichen Stellenwert bekommen wie das Kunsthandwerk der Malerei. Im Fokus stand dabei die Stimmung, die ein Bild vermitteln sollte. Typisch für pictorialistische Werke waren daher auch Stilmittel wie die künstliche Unschärfe, d.h. eine sehr geringe Konturenschärfe, Nacht- und Nebelszenen mit speziellem Lichteinfall und der verschwimmende, nahtlose Übergang der Bildelemente. Alles sollte so nah wie möglich an der Malerei bleiben, um der Fotografie die Basis der Kunstform zu ermöglichen. Viele Bilder wurden daher im Nachhinein (auf den Negativen)  weiter bearbeitet durch Retusche etc..

Bis das Medium vollständig als Kunstform anerkannt wurde, sollte es noch einige Jahre dauern. Dass die Bewegung des Pictorialismus dabei wichtige Grundsteine gelegt hat, steht dennoch außer Frage.