Kunstgeschichte

Paul Klee – Sein Leben, Seine Kunst

DSC_0180Wer interessiert ist an autobiografischen Büchern und noch dazu einen Faible für Bildbände hat, dem kann ich dieses Paul Klee Werk, geschrieben von Boris Friedewald, wirklich nur ans Herz legen. Diese Lektüre besticht mit autobiografischer Vollständigkeit und einen großen Repertoire an Klees Kunstwerken.
Etappenweise wird von Kindheit an das Leben des Künstlers dargestellt und dabei auch ein Blick auf die Entwicklung der Kunst selbst geworfen. Dieses Buch ist eine klare Empfehlung von mir, da es sprachlich anspruchsvoll aufgearbeitet ist und dennoch beim Lesen nahezu eingesaugt. Eingebundene Zitate und kleine Bildbeschreibungen machen die Lektüre wirklich abwechslungsreich und interessant. DSC_0181Es wird ein wunderbarer Rundumschlag gemacht und ein schöner Überblick über das Leben dieses großen Künstlers gegeben. Auch die dargestellten Bilder sind eine gute Mischung aus bereits bekannten Werken und nicht populären Gemälden. Kostentechnisch liegt dieses Buch mit 30 Euro in einem akzeptablen Rahmen. Bildbände haben nunmal ihren Preis. In diesem Fall ist es aber gut investiert!

Werbeanzeigen

Gegenwart Ewigkeit

Das ist der Titel des Kunstseminars, das ich dieses Semester besuche. Klingt erstmal relativ nichts aussagend – denkt man jedoch intensiv darüber nach, kann dieser Titel ein riesiges Spektrum an Aspekten abdecken. Mein Dozent lies sich eine nette Idee für den Start der Veranstaltung einfallen, denn wir sollten genau ein solches Brainstorming zu diesem Seminartitel vornehmen und überlegen, welche Themen wohl im kommenden Semester auf uns zukommen. Folgende Dinge kamen mir und meinen Kommilitonen in den Sinn:

Welche Faktoren, lassen ein Kunstwerk zeitlich überdauern? Wie spiegelt sich die Produktionszeit im fertigen Bild wieder? Inwiefern dient die Kunst als Instrument der Erinnerung?

Mit unseren Überlegung lagen wir tatsächlich gar nicht so falsch, diese Themen stehen auf dem Semsterplan:

  • Erinnern, Vergessen, Verschwinden,
  • Konservieren,
  • Punktaktualität und Dauer,
  • Wiederholung und Wiederkehr,
  • Die Ewigkeit der Kunst: zeitlose Formen,
  • Transzendenz

In dieser ersten Sitzung hörte ich auch zum ersten Mal von sogenannten „Date Paintings“, Bilder die schlichtweg das Datum des jeweiligen Tages beinhalten. Der Künstler On Kawara fertig jeden Tag ein neues solches Kunstwerk an. date paintingDie Idee dahinter finde ich wirklich spannend, denn dieses Bild repräsentiert in einem tiefen Sinn diesen einen Tag in der Geschichte. Stellt sich die Frage, welche Auswirkung das auf die Zukunft (Ewigkeit?) des Gemäldes hat. Es hält diesen vergangenen Tag für immer und ewig fest, konserviert ihn, so dass er ein Zeitzeuge wird und nicht in Vergessenheit gerät.

 

Welche Assoziationen knüpft ihr mit Gegenwart, Ewigkeit und der Kunst? Wäre spannend zu erfahren, also lasst mir gern doch ein paar Kommentare da!

 

Ein Klassiker!

DSC_0106Ein absoluter Klassiker der Kunst ist Walter Benjamins „Das Kunstwerk im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit“. 

Benjamin beschäftigt sich dabei intensiv mit den Auswirkungen, die massenhafte Reproduktionen auf Kulturgüter haben. Für ihn bewirken die neuen technischen Reproduktionsmittel wie die Fotografie einen Auraverlust des Kunstwerkes. Aura meint dabei die individuelle Einzigartigkeit eines Werkes. Seine Kritik richtet sich zudem deutlich gegen die starke Kommerzialisierung von Kultur-der Kunstgenuss verliert auf diese Weise seine privilegierte Rolle.

Ob man Benjamins Thesen nun teilt oder nicht sei eine Sache, aber dieses Werk gelesen zu haben ist ein absolutes Muss für Kunstinteressierte! Es wird ein aufschlussreicher Einblick über die Zusammenhänge von Kunst und Reproduktionen gegeben. Gleichzeitig wird dabei auch das Medium der Fotografie zu Beginn des 20 Jh. beleuchtet.

Ein theoretisches Werk, das sich klasse liest und in keinem Bücherregal der kreativen Köpfe fehlen sollte!