lesen

Kleiner Tip für die Fotojunkies

Fotografie Freunde vor! Da ist nämlich was unglaublich gutes im Busch! So gut, dass Ihr top recherchierte Beiträge bekommt, neue Fotografen und Spots kennenlernt. Auch an Reiseartikeln, Produktvorstellungen und unterhaltsamen Kolumnen wird nicht gespart. Also was will das Fotografen-Auge denn mehr?

LENSARMY, dieses geniale Online Magazin wird am 01.08.2014 zum ersten Mal für Euch zum beschnuppern sein. Bis dahin könnt Ihr aber das Geschehen verfolgen und Inhalte mitbestimmen.

Schaut vorbei und unterstützt dieses tolle Projekt!

Bildschirmfoto 2014-06-29 um 21.47.42

Lensarmy Facebook Seite

Wutscheln und Wedeln!

DSC_0265

Zutiefst entspannt und ein bisschen abgeschlagen sitze ich also auf der Fähre nach einem langen Uni-Tag. Man kenn das ja: gerädert, der Kopf scheint kaum noch in der Lage zu sein seine Synapsen in Schwung zu bringen – Denken ist Arbeit!

Ausnahmsweise habe ich keine Musik in den Ohren, sondern genieße das Rauschen des Wassers. Nebenher habe ich natürlich mein iPhone in der Hand und tue so dies und das. Ein bisschen Instagram ein bisschen Whats App ein bisschen Feedly News. Unterschwellig merke ich wie ein altes Ehepaar stetig zu mir herüber schaut, dann wieder zueinander spricht und wieder herüber schaut. Intuitiv fasse ich mir an den Kopf und streiche meine Haare glatt, suche mit meinen Fingern eventuelle Störungen, wie Essensreste in meinem Gesicht, aber alles scheint normal zu sein. Warum also schauen die beiden so gebannt zu mir herüber? Angestrengt spitze ich meine Lauscher und zu hören worüber die beiden tuscheln. Ich schnappe ein paar Fetzen auf : „..na guck mal die streicht da so drüber, einfach so mit dem Finger“ – „Und das in einer Geschwindigkeit…was diese jungen Leute alles können…“

Und da klingelt es bei mir: das alte Ehepaar schaut mir fasziniert dabei zu wie ich mein iPhone bediene. Wischen, tippen, scrollen. Versetzt man sich man in die Lage dieser Generation, beide etwa um die 80, muss das tatsächlich eine sehr verrückte Wirkung haben, wie eine junge Frau auf einem kleinen schwarzen Gerät sämtliche Fingerakrobatik betreibt. Im gleichen Augenblick erinnerte ich mich auch an eine spannende Medientheorie aus dem ersten Semester: Marcel Maus und seine Körpertechniken. In diesem Aufsatz beschreibt er nämlich ganz genau, dass die Medien unsere Bewegungsformen steuern und prägen. Diese etablieren sich dann in der Gesellschaft. Aus diesem Grund ist es für uns als jüngere Generationen eigentlich schon fast logisch, dass man auf einem Touch Screen wischen, zoomen und tippen kann – diese Körperpraktiken haben sich durch Medien kulturell bereits gefestigt. Hätte uns jemand vor 20 Jahren ein Smartphone in die Hand gedrückt, dann hätten wir vermutlich erst einmal die Knöpfe und Tasten zum bedienen gesucht, oder uns gewundert warum das Teil keine Gummiantenne hat.

Das Aufkommen neuer Medien heißt also immer auch eine Neueinstellung unserer verinnerlichten Bewegungen. Ältere Menschen sind mit einen völlig anderem Repertoire an Medien aufgewachsen, sodass ihnen ein iPhone in der Bedienung erstmal ein großes Fragezeichen in die Augen zaubert. Daher sollte man sich immer mal wieder bewusst machen, welche Schwierigkeit es darstellen kann für Oma und Opa mit dem „neumodischen Technik-Schnick-Schnack“ zurecht zu kommen. Ihr Körper hat es nie lernen können und die Kultur in der sie aufgewachsen sind, beinhaltete diese Praktiken nicht.

 

Schnell ziehe ich noch mein iPad aus der Tasche, da ich ein Dokument bearbeiten muss. Dafür ist das Smartphone einfach zu unpraktisch. Gespannt lausche ich welche Reaktion nun kommt:

„Karl, guck mal, jetzt holt sie das Ding in einer Nummer größer raus!“

Ich schmunzle.

Kreative Liebe

DSC_0113

„Du bist doch einfach ’ne blöde Kuh, mach deine Scheiße alleine!“ 

„Du kannst mich mal du Arsch!“ 

Ja solche Sätze fliegen hier ab und an durch die Wohnung. Ziemlich rabiat?  Ein wenig vielleicht, aber der Streit in der Beziehung heißt ja nicht, dass man sich nicht mehr liebt. Eigentlich ist das genaue Gegenteil der Fall: gerade weil man emotional so tief drin steckt, heizen sich die Gemüter schnell auf. Da knallt man sich dann schon auch mal die Fetzen um die Ohren.

Seit 2,5 Jahren bin ich mit meinem Freund nun zusammen und glücklich wie eh und je. Vor einem Jahr sind wir zusammengezogen, was noch einmal eine komplett neue Situation darstellt – eine Herausforderung, zugegebenermaßen, aber eine sehr schöne! Das wunderbare an einem beständigen Lebenspartner ist die Kraft, die man erhält. Gemeinsame Momente und Erlebnisse, der gemeinsame Alltag, gemeinsame Hobbys – das sind Dinge, die mich persönlich auch im kreativen Schaffen sehr unterstützen.

Ich schöpfe Inspiration und Ehrgeiz aus meiner Beziehung. Verarbeite Erlebtes und werde zudem von meinem Freund motiviert. Nichts klingt so schön, wie die lobenden Worte des Partners. Natürlich könnte man meinen, dass er das ja sagen muss, um mich nicht zu verletzen, aber diesbezüglich kann ich voll und ganz auf sein ehrliches Urteil setzen, da er auch offen kritisiert und das ist  gut so.

Das kreative Werkeln hilft Emotionen zu verarbeiten – das kennt ja sicher jeder von Euch: die Strichtechnik kann je nach Stimmung immer gewaltig variieren. Das Zeichnen ist für mich der Rückzugsort, denn auch das empfinde ich als besonders wichtig in der Beziehung. Jeder braucht seine eigenen ganz persönlichen Aktivitäten gleichermaßen wie diejenigen die man zusammen unternimmt.

Zusammen glücklich sein ist das eine, zusammen streiten und danach wieder glücklich sein das andere. Hin und wieder ein Streit ist nichts schlimmes für eine Beziehung sondern stärkt sie nur. Das hat sich bei mir jedenfalls bewährt. Durch meinen Partner bin ich auch viel ausdauernder und konsequenter geworden. Von Natur her bin ich nämlich eher ein ungeduldiger Mensch, der schnell frustriert ist, wenn die Dinge nicht so laufen wie erhofft. Meine bessere Hälfte schafft es jedoch jedes Mal aufs Neue mir frische Energie einzuheizen, einen neuen Versuch zu starten. Dafür liebe ich ihn.

Erinnert Ihr Euch noch an meine abendliche Frustration wegen meiner Polychromos Buntstifte? Genau in solchen Momenten schafft mein Freund es mich aufzubauen und mir den Mut zu machen, es erneut anzugehen. Das ist einfach seine Art.

Liebe erschafft Kreativität, genauso wie eine Liebe ZUR Kreativität entstehen kann.

Ich genieße beides und bin glücklich damit!

Habt Ihr auch Menschen in Eurem Leben, die ganz wichtig sind für Euer kreatives Schaffen?