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Gegenwart Ewigkeit

Das ist der Titel des Kunstseminars, das ich dieses Semester besuche. Klingt erstmal relativ nichts aussagend – denkt man jedoch intensiv darüber nach, kann dieser Titel ein riesiges Spektrum an Aspekten abdecken. Mein Dozent lies sich eine nette Idee für den Start der Veranstaltung einfallen, denn wir sollten genau ein solches Brainstorming zu diesem Seminartitel vornehmen und überlegen, welche Themen wohl im kommenden Semester auf uns zukommen. Folgende Dinge kamen mir und meinen Kommilitonen in den Sinn:

Welche Faktoren, lassen ein Kunstwerk zeitlich überdauern? Wie spiegelt sich die Produktionszeit im fertigen Bild wieder? Inwiefern dient die Kunst als Instrument der Erinnerung?

Mit unseren Überlegung lagen wir tatsächlich gar nicht so falsch, diese Themen stehen auf dem Semsterplan:

  • Erinnern, Vergessen, Verschwinden,
  • Konservieren,
  • Punktaktualität und Dauer,
  • Wiederholung und Wiederkehr,
  • Die Ewigkeit der Kunst: zeitlose Formen,
  • Transzendenz

In dieser ersten Sitzung hörte ich auch zum ersten Mal von sogenannten „Date Paintings“, Bilder die schlichtweg das Datum des jeweiligen Tages beinhalten. Der Künstler On Kawara fertig jeden Tag ein neues solches Kunstwerk an. date paintingDie Idee dahinter finde ich wirklich spannend, denn dieses Bild repräsentiert in einem tiefen Sinn diesen einen Tag in der Geschichte. Stellt sich die Frage, welche Auswirkung das auf die Zukunft (Ewigkeit?) des Gemäldes hat. Es hält diesen vergangenen Tag für immer und ewig fest, konserviert ihn, so dass er ein Zeitzeuge wird und nicht in Vergessenheit gerät.

 

Welche Assoziationen knüpft ihr mit Gegenwart, Ewigkeit und der Kunst? Wäre spannend zu erfahren, also lasst mir gern doch ein paar Kommentare da!

 

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Artist/Picture of the Day – Gerhard Richter

Erst gestern habe ich Euch den RAF Zyklus von Gerhard Richter vorgestellt und da dachte ich mir, warum ihn nicht heute einfach zum Artist des Tages machen? Auf der Leinwand der deutschen Künstler, aber auch international ist er einer der  ganz Großen und kaum jemand arbeitet so unglaublich vielseitig wie Richter. Seine Bilder zeigen sich sowohl abstrakt, als auch gegenständlich, die Genre variieren von Landschaft und Porträt bis hin zu Akten und architektonischen Zeichnungen. Der 1932 geborene Dresdner hat ein riesiges Repertoire vorzuweisen, das so ziemlich jeden künstlerischen Geschmack bedienen kann.

Schaut unbedingt mal hier vorbei:

Gerhard Richter Homepage

Vorfreude!

Bildschirmfoto 2014-04-20 um 21.33.11Nur noch eine Woche, dann ist endlich die heiß ersehnte Vernissage hier am Bodensee im Schloss Meersburg. Von Malerei, Grafik, Skulptur und Fotografie ist alles dabei was das kreative Herzchen höher schlagen lässt! Falls Ihr in der Nähe seid lohnt es sich mit Sicherheit vorbei zuschauen, andernfalls werde ich hier noch ausführlich über meinen Besuch und die damit verbundenen Eindrücke berichten!

Wer sich genauer informieren möchte: Vernissage-Messen

 

Duchamp und das Pissoir

fountainWer kennt es nicht? Das umgedrehte Pissoir von Duchamp mit dem wundervoll provokativen Titel Fountain. Der Urvater der Ready-Mades ist auch Heute noch top aktuell und es wert ein paar Wörtchen darüber zu verlieren. Ob der Franzose Anfang des 20. Jahrhunderts tatsächlich bewusst mit seinem Kunstwerk provozieren wollte ist nach wie vor eine Sache, in der sich die Kunstwissenschaftler äußert uneinig sind. Fakt ist aber, dass Duchamp ein völlig neues Konzept von Kunst etablierte. Der Grundgedanke dahinter war ein gänzlich neuer: Kunst wurde genau in dem Moment zu Kunst, in dem es dazu ausgewählt wurde. Dabei spielte es absolut keine Rolle um was für einen Gegenstand es sich handelt. Der Begriff Ready-Made beschreibtim engeren Sinne ein industriell hergestelltes Objekt, das auch im Nachhinein vom Künstler nicht mehr (oder wenn nur minimal in Form von Beschriftung) verändert wurde.

Duchamps Ideen enthalten aber noch mehr spannende Ansätze, denn in seinen Augen spielt auch der Rezipient eine entscheidende Rolle im Bezug auf das Kunstwerk. Das hört sich in unserer heutigen Zeit selbstverständlich an, war aber zu Duchamps Zeiten ein komplett neues Denken.

Der Betrachter ist derjenige der das Kunstwerk im Kopf vollendet durch seine individuellen Assoziationen. Gleichzeitig entscheidet er aber auch darüber, welche Auswirkungen dieses Werk im Diskurs haben wird, z.B. durch Kommentare  usw.

Zentrale Begriffe im Hinblick auf Duchamp sind dabei das Ästhetische Echo und die künstlerische Osmose (dies nur anbei für die ganze Interessierten, zum Recherchieren). Sehr spannende Denkansätze, die sich lohnen mal genauer unter die Lupe genommen zu werden, bei Interesse arbeite ich sie Euch gern auf, gebt Bescheid!

Das imaginäre Museum

Das größte Museum tragen wir täglich mit uns herum. Das geht doch gar nicht? Natürlich!All die Bilder, die in unserem Kopf stecken, würden vermutlich nicht einmal in einer noch so großen Institution Platz haben. Wir haben durch die enormen medialen Möglichkeiten sogar eine Ahnung von Bildern, die wir nie in echt gesehen haben. Uns ist bekannt wie die Mona Lisa aussieht, obwohl die meisten vermutlich noch keinen Fuß ins Louvre gesetzt haben bisher. Vor allem die Fotografie und die damit verbundenen unglaublichen Reproduktionsmöglichkeiten ermöglichen uns dieses unsagbar große Bilderrepertoire. Imaginäres Museum, so nannte Andrè Malraux diese Entwicklung zu dem beinahe unendlichen Schatz an Bildern in unserem Kopf.

In dieser Hinsicht würde mir der gute Walter Benjamin* vermutlich nicht zustimmen, aber: den modernen Reproduktionstechniken sei dank, dass sie uns diesen wertvollen künstlerischen Vorrat ermöglichen.

Und wisst ihr was das beste daran ist? Ihr könnt Euer persönliches imaginäres Museum stetig erweitern, aussortieren und individuelle Prioritäten setzen!

Also sucht, findet und vergrößert Euer Museum, denn die Möglichkeiten stehen Euch offen!

 

 

*Kleine Erklärung für diejenigen, die nicht mit Walter Benjamin vertraut sind:

Benajmin vertrat die Auffassung, dass technische Reproduktionen den echten Kunstwerken ihre Aura, also ihren wahren Wert, nehmen würden.

Artist/Picture of the Day – Jo Baer

Spirals and Stars

Spirals and Stars

(Quelle: Stedelijk Museum)

Als ich im Sommer 2013 das Stedelijk Museum in Amsterdam besuchte, gab es eine Künstlerin deren Bilder mich unglaublich fesselten. Ich verbrachte eine ungeheuer lange Zeit vor jedem einzelnen von Jo Baers Werken, da sie einen wie in einen Traumzustand versetzten. Die geborenene Amerikanerin gehört maßgebend zu den Wegbereitern der Minimal Art. Die Werkreihe In the Land of the Giants, welche ich damals in Amsterdam anschaute, ist in Collagetechnik bearbeitet und thematisiert sehr ursprüngliche, archaische Elemente unserer Kultur.

Wenn ihr selbst ins Träumen kommen möchtet :

Jo Baer Homepage

In the Land of the Giants Ausstellung

Artist/Picture of the day – Jens Schubert

(Quelle: Art-Magazin)

Die Bilder des Leipzigers Jens Schubert scheinen seine Betrachter beinahe gefangen zu nehmen. Durch viele verschiedene Bildebenen und die Verknüpfung von simplen geometrischen Formen entziehen sich diese Linolschnitte jeglichem rationalen Verstehen. Je länger man die einzelnen Elemente auf sich wirken lässt, desto tiefer wird man von dieser eigenen Welt gefangen genommen. Ganz deutlich zeigt sich bei diesen Werken, wie viel der Rezipient selbst assoziativ in ein Kunstwerk legt und es auf seine individuelle Weise versteht.

Für mehr beeindruckende Bilder  :

Jens Schubert Galerie

 

Jens Schubert, 31 Jahre

Jens Schubert, 31 Jahre