Philosophie

Mit Kopfsprung durch die Tür!

Eigentlich ist es ja eher weniger meinte Art hier Musikvideos zu posten, aber dieses Lied möchte ich Euch nicht vorenthalten, viele werden es sicherlich auch schon kennen. Au Revoir von Mark Foster und Sido. Ich sage gleich vorweg, ich mag Sido ja eigentlich so gar nicht, aber in diesem Lied ist es eigentlich wirklich ertragbar was er macht. Die Parts von Mark Foster gefallen mir dennoch viel besser.

Es ist ein Lied dessen Text ich unglaublich toll finde, er spricht allen aus der Seele, die ihren Alltag satt haben, denen die Decke auf den Kopf fällt. Dieses Gefühl einfach mal raus zu wollen aus allem.

Hört doch mal rein, die Lyrics sind das entscheidende bei dem Song!

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Als kleine Erinnerung noch an Euch, denkt an die Disney Blogaktion, bis 31.05. könnt ihr teilnehmen!

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Die kleinen (großen) Dinge im Leben

Heute mal ein Thema aus dem Alltag.

Wer kennt diese bekannten absichernden Handgriffe nicht:

DSC_0188Handy? Da. Geldbeutel? In der Hosentasche. Schlüssel? Schlüssel? Nicht da! Verdammt! Genauso so erging es mir gestern auch. Ich war auf dem Heimweg von der Uni, bereits auf der Fähre und merke: Mein Schlüssel ist nicht in meiner Jackentasche! Panik stand mir wahrlich ins Gesicht geschrieben. Das verrückte in solchen Situationen ist wirklich, wie viele Szenarien der Kopf in sekundenschnell durchspielt : Wie komme ich zur Haustür rein? Schlüsseldienst? Mein Auto! Der Schlüssel von der Arbeit ist auch noch dran, die ganze Schließanlage muss getauscht werden! Ich war klitschnass geschwitzt, weil mich diese Situation völlig unerwartet und mit voller Wucht umhaute. Ist es nicht verrückt wie wir einem so kleinen Gegenstand so viel Verantwortung zusprechen? Ja beinahe einen großen Teil unseres Lebens darauf abwälzen? Wir hängen sogar noch viele bunte, lustige Anhänger daran, weil unsere Bindung so hoch ist. Dieses kleine Metallding hat enorm einen hohen Stellenwert in unserem Leben, dass wir regelrecht durchdrehen, wenn er plötzlich verschwunden ist. Woran liegt das? Weil der Schlüssel einen gewissen Schutz unseres materiellen Lebens bietet? Laptop, Fernseher, Bücher – sind alle gut verriegelt hinter meiner Haustür, die nur ich mit meinem Schlüssel öffnen kann. Befürchten wir, dass der Arbeitgeber uns für nicht mehr vertrauenswürdig sieht, wenn wir diesen verantwortungsbeladenen Gegenstand verlieren?

Diese Gedanken finde ich ziemlich spannend, denn man stellt sich wirklich fundamentale Fragen über Materalität im Zusammenhang mit dem Leben, dem Sinn des Lebens?

Naja so ausschweifend philosophisch möchte ich nun nicht werden denn, das Ende vom Lied ist: Ich habe das gute Stück nur in meinen Rucksack gesteckt und ihn deshalb dann doch noch, tausend Steine vom Herzen erleichtert, wiedergefunden.

Habt Ihr Euch mal darüber Gedanken gemacht?

Die helle Kammer

Eines Tages, vor sehr langer Zeit, stieß ich auf eine Photographie des jüngsten Bruders von Napoleon, Jèrome (1852). Damals sagte ich mir, mit einem Erstaunen, das ich seitdem nicht mehr vermindern konnte: >>Ich sehe die Augen, die den Kaiser gesehen haben.<<

DSC_0186Roland Barthes hat mit seinem Werk Die helle Kammer, Bemerkungen zur Photographie, wirklich beinahe ein Manifest der Photographie geschrieben. Das tolle an diesem Buch ist, dass Barthes einen fast jungfräulichen Blick auf das Medium wirft, da er selbst die Technik nicht beherrscht und deshalb auch keine voreingenommenen Sichtweisen hat. Genau da sieht er auch den Knackpunkt der sonstigen Beschreibungen der Photographie: „Die einen befassen sich mit den technischen Fragen […]Die anderen sind historische oder soziologische Arbeiten.“ Roland Barthes kritische Auseinandersetzungen tasten sich deshalb in komplett anderer Herangehensweise an das Thema an. Intensiv und vielschichtig versucht er das fundamentale Wesen der Photographie zu entdecken und greift dabei viele spannende Denkansätze auf.

Wer sich für das Medium interessiert sollte seine Praxis unbedingt mit diesem wunderbaren theoretischen Ansätzen unterfüttern – und ich verspreche Euch: Ihr werdet vieles noch einmal ganz anders sehen!

 

Die Welt hinter dem Fenster

Hey liebe Fotoblogger Freunde! Aufgepasst, denn Wandelbar hat auf ihrem Blog zu einer sehr schönen Blogparade aufgerufen. Das Thema: Fensterbilder. Diese Idee fand ich so klasse, dass ich nicht lange gezögert habe und mir selbst etwas einfallen ließ dazu.

Früher habe ich deutlich mehr geschrieben, als gezeichnet und fotografiert (jaaa man glaubt es kaum, aber das stimmt tatsächlich) und zu diesem Thema habe ich  einen sehr passenden Text von mir gefunden. Ich bin gespannt wie er Euch gefällt und was Ihr zu meinen früheren Schreibereien sagt.

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Herr Soundso, wohnhaft in Woauchimmer, liebt es, dies und jenes zu tun. Am liebsten den ganzen Tag. Dabei schaut er aus dem Fenster und träumt sich durch die Welt. Seinen Stuhl verlässt er nie. Wer Träume hat, der lebt. Wer die Realität hinter dem Fenster erfahren hat, will oft nicht mehr träumen. Und so verbringt Herr Soundso aus Woauchimmer seine Tage damit die Welt durch seine Scheibe zu betrachten. Allein ist er. Seit Jahren. Er musste mit niederschmetternder Wucht die Realität hinter dem Fenster erfahren. Weit weg von allem, weit weg von seinem Platz auf dem Stuhl.
Genommen wurde ihm alles, was er je geliebt hat. Schuld daran? Der wohl grausamste aller Übeltäter: das Leben. Ohne Vorwarnung, ohne Schutz hat es zugeschlagen und nichts weiter als eine leere Hülle hinterlassen. Schicksalsschlag mag der ein oder andere sagen. Mag sein. Doch auch das stopft das Loch in Herr Soundsos Brust nicht. Was ihm Halt gibt ist der Platz am Fenster und die Lehne seines Stuhls. Nur hier vergisst er sich selbst. Nur hier kann er sein Leben so leben, wie er es sich erträumt. Zumindest in seinen Gedanken. Doch das reicht Herr Soundso schon aus. Denn die Welt hinter der Scheibe wird er nie wieder zu sich durchdringen lassen. Nie wieder den Schmerz des Verlustes erfahren. Nie wieder unendliches Leid ertragen müssen. Das Fenster schützt ihn vor all dem. Und so träumt sich Herr Soundso durch ein Leben, das irgendwann aufgehört hat sein eigenes zu sein.